Die Anreise beginnt unter weniger guten Vorzeichen. Ein Unwetter sorgt dafür, dass der Flug erst später starten kann, am Flughafen von Ibiza steht zum Teil Wasser nicht nur vor, sondern auch im Gebäude. Laut Wettervorhersage soll es auch die kommenden Tage durchgängig regnen. Aber es kommt ganz anders. Gleich am ersten Tag ist die Reiseleitung vor Ort im Hotel und hat unter anderem eine - und gleichzeitig die letzte der Saison - Katamaran-Tour für den kommenden Donnerstag im Angebot. In der Hoffnung, das Wetter möge sich bis dahin bessern, buchen wir die Tour.

Donnerstag nach dem Frühstück geht es per Bus zum Hafen von Eivissa, wo uns die fünfköpfige Crew freundlich empfängt und kurz den Ablauf des Tages erläutert. Zunächst geht es an der Altstadt Ibizas, Dalt Vila, vorbei mit Kurs auf die kleine Privatinsel S'Espalmador.


Während die Crew an Bord des Katamarans das Mittagessen vorbereitet, können wir die Insel erkunden und den wunderschönen weißen Strand zum Schwimmen und Schnorcheln nutzen. Die schneeweißen Dünen sind ein absolutes Highlight, stehen aber wie der größte restliche Teil der Insel unter Naturschutz. Also, nur gucken, nicht anfassen.
Zurück an Bord wird von einem der kernigen Crewmitglieder frischer Fisch und Fleisch gegrillt, dazu gibt es Salate und Getränke. Lecker und "all inclusive".
Nach einer kurzen Pause segeln wir weiter Richtung Formentera. Etwa 200-300 Meter vor dem - so sagt man uns - "fünftschönsten Strand der Welt" wird geankert. Wer mag, steigt oder springt von Bord ins offene Meer, um den Katamaran schwimmend zu umrunden oder lustige Fische beim Schnorcheln zu entdecken. Nach kurzer Pause mit Nachtisch geht die Fahrt zurück in den Hafen von Ibiza. Ein tolles, tagesfüllendes Erlebnis.
Da das Wetter deutlich besser ist als die Vorhersage, verbringen wir mehr Zeit an Pool und Strand und weniger auf Ausflügen, als ursprünglich geplant. Aber zwei Ziele haben wir noch: die Altstadt von Eivissa,"Dalt Vila", und den Hippiemarkt in Punta Arabi.

Den Mietwagen lassen wir in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Hafens stehen. Hier gibt es auch zwei kostenlose öffentliche Parkplätze, die allerdings überfüllt sind. Es folgt ein Fußmarsch von gut 20 Minuten, vorbei am Hafen bis zum Fuße Dalt Vilas. Eine beeindruckende Stadtmauer erhebt sich vor uns. Bis zum großen Tor muss man bereits einen kleinen Anstieg überwinden. Zur Catedral de Santa Maria geht es dann aber erst richtig los und steil hinauf.







Etwa 69 Höhenmeter muss man vom Hafen aus insgesamt überwinden, bis man an diesem höchsten Punkt angekommen ist. Aber die Aussicht lohnt sich. (Ein Tipp: "links herum" nach oben ist es etwas weniger anstrengend) In den kleinen Gassen gibt es wunderschöne Cafés und Restaurants, die zu einer Pause einladen (Tipp: La Plaza). Wenn nicht gerade der Strom ausgefallen ist.
Dalt Vila ist aus unserer Sicht ein absolutes Muss für Ibiza-Besucher!
Der Hippiemarkt in Punta Arabi ist einer von zweien auf der Insel, findet nur mittwochs statt und soll laut Aussage anderer Besucher der schönere der beiden sein.
Auf dem Weg dorthin machen wir zunächst Halt in Santa Gertrudis. Eine kleine Gemeinde im Zentrum der Insel, berühmt für die weiß getünchte Wehrkirche. Auf dem kleinen Platz an der Kirche laden sehr gepflegte Restaurants und Boutiquen zum Verweilen und Shoppen ein.


Je näher man dem Hippiemarkt kommt, desto voller werden die Straßen. Selbst Ende Oktober drängten sich Autos und Menschen. Glücklicherweise gibt es mehrere Parkplätze auf dem Weg zum Markt, die 5 Euro Parkgebühr sollte man sich zwecks Stressvermeidung bei der Parkplatzsuche gönnen.
Der Markt selbst ist im Sommer sicherlich noch deutlich bunter und voller als im Herbst, aber interessant ist er trotzdem. Nicht alles ist "Hippie", aber er unterscheidet sich doch deutlich von "normalen Wochenmärkten". Und einigen Ausstellern nimmt man tatsächlich ab, dass sie Hippies sind.


Hauptsächlich wird Kleidung angeboten, aber auch Accessoires, Handwerk und Genussmittel.
Der Tag endet mit einem kurzen Ausflug zum Es Vedra. Oder genauer gesagt zu einem der Aussichtspunkte auf den Es Vedra, oberhalb der Cala d'Hort. Die kurvigen Küstenstraßen sind mit Vorsicht zu genießen, zumal die elektronischen Helferlein des Mietwagens komische Dinge tun und permanent Warntöne von sich geben. Aber wir schaffen es rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Und der ist hier besonders. Dieser große Brocken im Meer hat ohnehin schon etwas mystisches, erst recht im Licht der untergehenden Sonne. Das viele Andere auch dort oben auf der Klippe stehen und staunend auf das Spektakel blicken, nimmt man gar nicht wahr. Eine überwältigende Atmosphäre.

Die restlichen Tage verbringen wir in unserem Hotel (Insotel Club Tarida Playa ) an der malerischen Cala Tarida.






Zwei andere Familien, die ebenfalls mit dem Auto auf der Insel unterwegs waren, beruhigen uns: "Nicht schlimm, dass ihr die Ausflüge zu den vielen anderen Buchten nicht machen konntet. Wir waren dort. Aber diese hier ist die schönste!"
Das glauben wir sofort. Und werden wieder kommen.
Es war richtig toll. Aufgrund des Unwetters am 11.10 war die Anreise etwas mühsam. Wir starteten in Düsseldorf etwa 50 Minuten verspätet, kamen dafür aber an, als das Schlimmste vorbei war. Leider war der Transfer von den überfluteten Straßen ebenfalls betroffen, so dass wir am Ende erst nach 21:00 im Hotel waren. Dort hat man aber pragmatisch reagiert und für uns und die anderen so spät Angekommenen noch einmal exklusiv das Restaurant geöffnet. Überhaupt ist uns über den gesamten Aufenthalt aufgefallen, dass die Menschen auf der Insel (am Flughafen, im Bus, im Hotel, auf der Straße etc.) sehr freundlich und aufgeschlossen sind. Man hat nirgendwo das Gefühl, die Leute seien dem Tourismus überdrüssig, wie das inzwischen ja (nachvollziehbar) in Teilen Mallorcas der Fall ist.
Das Hotel (Insotel Club Tarida Playa) ist schon etwas älter, die teils sehr schlechten öffentlichen Rezensionen können wir aber nicht nachvollziehen. Wenn es ein Problem gibt, dann wird das nach Meldung bei der Rezeption umgehend gelöst (sofern es lösbar ist). Im Hauptkomplex sind alle Zimmer identisch: Schlafzimmer, Wohnzimmer mit zwei Schlafsofas und ein Bad mit bodengleicher Dusche. Die anderen Gäste waren fast ausschließlich Familien mit zwei Kindern. Dabei viele Deutsche, aber auch Schotten (sehr freundliche Menschen!), Engländer, Franzosen, Schweizer, Niederländer etc. Das machte den gesamten Aufenthalt noch ein Stück interessanter als üblich.
Die Lage oberhalb der Cala Tarida ist super. Am Pool und der Poolbar vorbei, durch ein Tor, eine Treppe hinunter und man ist am Strand mit sehr klarem Wasser. An dieser Treppe liegt ein weiteres Gebäude des Hotels, in dem die Appartements untergebracht sind. Das Hotel liegt etwas abgelegen, aber zumindest eine Apotheke ist fußläufig in ca. 10-15 Minuten erreichbar.
Wir haben auch diesmal die Animation in Anspruch genommen. Es gab regelmäßig Darts, Tischtennis, Fußballtennis, manchmal auch Yoga am Strand und Beachvolleyball. Abends ging es eher ruhig zu - was uns sehr entgegen kommt-, also keine "Zaubershows" etc., sondern Bingo, Musikquiz und örtliche DJs, die an der sehr schönen Poolbar aufgelegt haben.
Der vielleicht einzige negative Punkt: wenn das Wetter wirklich richtig schlecht ist, dann fehlen im Hotel "Beschäftigungsmöglichkeiten", wie es sie oft gibt: z.B. Billard, Airhockey, Fitnessraum, Aufenthaltsraum zum Lesen oder Spielen etc. Aber solange das WLAN funktioniert und die Kinder Handys/Tablets dabei haben, ist auch das nur halb so schlimm.
In jedem Fall werden wir uns noch dieses Jahr bei Ihnen sehen lassen, um für die nächsten Herbstferien Urlaub zu buchen. Und zumindest bei mir geht die Tendenz stark dahin, den diesjährigen Urlaub zu wiederholen.
Bis dahin viele Grüße und alles Gute
Daniel Jaeger mit Familie
Da sagen wir doch nicht nein und machen das gerne. Wir freuen uns darauf, auch 2026 Ihre Ferien gemeinsam zu planen.
©Fotos und Reisebericht Familie Jäger